Wir möchten diese Website optimal gestalten und weiterhin verbessern, hierzu verwenden wir Cookies.

Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu. Weiterlesen

Einverstanden

Die Lesung mit Romy Straßenburg am 11. März in der VHS war nicht nur sehr gut besucht. Die anschließende Diskussion spiegelte das große Interesse des Publikums am Thema. Die Recklinghäuser Zeitung veröffentlichte dazu am 21. März 2020 folgenden Artikel.

Frankreich ohne Klischees
Die Lesung mit Romy Straßenburg in der VHS war die letzte Publikumsveranstaltung vor dem coronabedingten Kulturstopp der Stadt

Die Autorin, die eigens für den Termin aus Paris angereist war, zeigte sich sichtlich überrascht über das große Interesse. Die Kooperationsveranstaltung von VHS, Neuer Literarischer Gesellschaft Recklinghausen und der Deutsch-Französischen Gesellschaft lockte viele Neugierige. Vor vollem Saal präsentierte die Journalistin Ausschnitte aus ihrem Buch „Adieu Liberté. Wie mein Frankreich verschwand“.
Darin berichtet sie über den Verlust einer Vorstellung von Frankreich, die viel mit Unbeschwertheit, dem Gefühl von Freiheit und auch mit Leichtigkeit im sozialen Umgang zu tun hat. Im Laufe ihrer Berufsjahre in Paris und vor allem unter dem Eindruck der Attentate der Jahre 2015 in Paris und 2016 in Nizza veränderte sich ihre Wahrnehmung des französischen Alltags, der Befindlichkeit der Franzosen und auch der eigenen Situation als Korrespondentin in Paris.
Ausgewählt zur Lesung hatte Straßenburg zunächst eine Passage, die ihre Beobachtungen während einer Reportage aus dem Flüchtlingscamp in Calais wiedergibt. Die nächste Szene führte in die TV-Produktion einer Nachberichterstattung zum Anschlag auf das Tanzlokal Bataclan. Das Interview mit einem älteren Ehepaar, das aus seiner Wohnung heraus unfreiwillig Zeuge des terroristischen Anschlags geworden war, brachte die Zuhörer quasi wie in Nahaufnahme mitten ins Zentrum des Geschehens. Mit ihren pointierten Texten, zum Teil dialogisch aufbereitet, präsentierte der Gast aus Frankreich einen höchst lebendigen Vortrag.
Zum gängigen Frankreichbild in Deutschland gehören Käse, Wein und Akkordeonklänge. Letztere lieferte live Ralf Kruck als kleine Erfrischung der Deutsch-Französischen Gesellschaft.
Auch im zweiten Teil ging es in ausgewählten Episoden weiter um den Präsidenten als Vorbild und als Vogelscheuche, um die Vorstadtproblematik und um Integration und berufliche Chancen der jungen Generation.
Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass auch im Publikum Erfahrungen mit dem Nachbarland präsent sind, die über die gängigen Frankreichklischees hinausgehen. Sie zeigte auch das große Interesse an den gegenwärtigen Stimmungen und gesellschaftlichen Veränderungen.
(Recklinghäuser Zeitung vom 20.3.2020)

Go to top